Körpersprache

„Schuwardt, wir müssen reden!“

Körpersprache ist eine Sprache, die wir zum Teil verlernt haben, aber dennoch spricht sie jeder. Gerade jetzt in der Urlaubszeit kennen wir das doch alle. Wir fahren ins Ausland und verständigen uns mit Händen und Füßen.

Nicht überall haben die Gesten, die wir machen, die gleiche Bedeutung. Aber nehmen wir mal die bei uns allgemein üblichen Gesten. Während ich diesen Beitrag schreibe und nachdenke, knete ich mein Kinn. Eine typische Geste, wenn ich nachdenke.

Warum ist Körpersprache oder nonverbale Kommunikation denn insbesondere in der Mediation so wichtig. Das gesprochene Wort spielt nur eine untergeordnete Bedeutung beim Versenden von Nachrichten. Allein der Tonfall oder die Körperhaltung verraten mehr darüber, wie die Nachricht denn gemeint ist.

Kennst du das nicht auch: deine Liebste kommt vom Friseur nach Hause, während du in der Zeitung blätterst. Sie dreht sich vor dir im Kreis und begrüßt dich: „Hallo Schatz!“ Höflich wie du bist, antwortest du auch „Hallo Schatz“. Doch plötzlich kippt die Stimmung. Deine Liebste ist sauer, obwohl du sie doch mit den gleichen Worten begrüßt hast. Leider hast du den Blick nicht von deiner Zeitung abgewendet und dein Liebling wollte dir mit seiner Körperbewegung doch wesentlich mehr sagen als nur eine Begrüßung. Nimmt man beide Sätze, so handelt es sich doch um deckungsgleiche Nachrichten. An diesem kleinen Beispiel wird deutlich, wie wichtig auch die Beobachtung des non-verbalen ist.

Doch auch solche Gesten können zu Fehlinterpretationen führen. Vor der Brust verschränkte Arme bedeuten nicht immer Desinteresse oder Ablehnung. Es kann auch einfach bedeuten, dass der Person kalt ist.

Körpersprache ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation, weil sie zu einem nicht unerheblichen Teil unbewusst abläuft. Durch die Körpersprache zeigt sich, ob das, was du inhaltlich wirklich sagen wolltest, von dir so gemeint war.

Noch ein Beispiel, woran man Körpersprache erkennt. Wahrscheinlich haben wir alle besondere Bewegungsmuster. Als Brillenträger kannst du das gut im Schwimmbad testen. Nehmen wir mal an, du wartest auf deinen Freund oder deine Freundin. Die Brille hast du in der Umkleidekabine gelassen. Und dennoch erkenne ich meinen Freund oder Freundin am Gang, wenn sie aus der Dusche ins Schwimmbad gehen.

Zur non-verbalen Kommunikation oder Körpersprache gehören aber auch solche Dinge wie Kleidung oder Geruch. „Bei der Aussage komme ich ins Schwitzen!“

Ich werde mich in den nächsten Wochen mal damit beschäftigen, was uns ggf. alles verloren geht, wenn wir nur virtuell Kommunizieren. Welche Chancen liegen aber auch darin, wenn man nur virtuell kommuniziert.

Körpersprache ist Bewegung und Bewegung bedeutet Leben und Lebendigkeit.

Ich wünsche dir einen schönen Sommer mit viel bewusster Kommunikation

dein Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Berater

 

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