Gib deinem Gefühl einen Namen

„Schuwardt, wir müssen reden!“

Die ganze Zeit habe ich über die Beschreibung von Gefühlen geschrieben. Nun stellt sich die Frage, wie kann ich z. B. mit den negativen Gefühlen umgehen. Was nützt es dir, wenn ich schreibe, dass auch scheinbar negative Gefühle auf nicht erfüllte Bedürfnisse zurückzuführen sind? Blumig habe ich geschrieben, welch wichtige Schutzfunktion z. B. Angst hat.

Eine gute Möglichkeit, mit aufkommenden, gerade belastenden Gefühlen umzugehen, ist es Ihnen einen Namen zu geben. Du kennst bestimmt das Märchen der Gebrüder Grimm vom Rumpelstilzchen.

Ich will dir die Geschichte in einer kurzen Fassung nochmals erzählen, um dem Zorn oder der Wut einen Namen zu geben.

Der Müller behauptete, seine Tochter könne Stroh zu Gold spinnen. Mit dieser Eigenschaft will er seine Tochter mit dem König verheiraten. Schafft die Tochter das nicht, so will der König die Müllerstochter töten. In der großen Verzweiflung taucht mit einem Mal ein kleines Männchen auf und verspricht der Tochter zu helfen, unter der Bedingung, wenn sie dann mal Königin ist, das erste Kind von ihr zu bekommen.

Goldspinnen klappt, Tochter wird Königin und bekommt auch ein Kind. Nunmehr pocht der Kleine auf die Einhaltung der Vereinbarung. Der Wicht macht, nach dem die Königin nicht so ohne Weiteres das Kind hergeben will, einen weiteren Deal mit ihr: „Wenn du innerhalb von drei Tagen meinen Namen errätst, dann darfst du das Kind behalten.“

Tag 1, ihr geling es nicht den Namen zu erraten,

Tag 2, der Königin gelingt es wieder nicht den Namen zu erraten.

Sie schickt einen Kundschafter aus, um den Namen zu erraten. „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß! Du erinnerst dich?

Tag 3, die Königin sagt dem Kleinen den Namen Rumpelstilzchen. Rumpelstilzchen ist so wütend und zornig, dass er sich selbst zerreißt.

Was will mir diese Geschichte sagen: Gib dem Gefühl einen Namen, der dich vielleicht nicht nur an dieses Märchen erinnert, sondern an etwas Humorvolles.

Eine ähnliche Methode kennen wir aus dem sogenannten Inneren Team von Friedemann Schulz von Thun. Die innere Pluralität repräsentiert hier verschiedene Personen. So kannst du die Ängstliche in dir vielleicht humorvoll als Schneewittchen o. ä. bezeichnen.

Bestimmt hast du ein Bild vor Augen, wie du diese Gegenspieler in dir bezeichnen kannst. Vielleicht ist der lustige Humorvolle der Till Eulenspiegel in dir.

Ich würde mich freuen, wenn du mir ein paar Ideen liefern kannst, welche Märchenfigur zu welchem Gefühl passen könnte.

Dein Egbert Schuwardt
Mediator I Coach I Berater

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