Die täglichen Irritationen.

„Schuwardt, wir müssen reden!“

Irritation: Wider Erwarten sind Dinge mit einem Mal völlig anders als erwartet.

Der plötzlich völlig unerklärbare Ärger wird häufig vernachlässigt. Wie entsteht eigentlich dieser Ärger?

Unser Alltag ist gefüllt mit Irritationen. Ganz selten fühlen wir uns in Harmonie mit den Menschen oder auch mit unserer Umwelt, die uns umgeben bzw. umgibt.

Also die erste beruhigende Aussage lautet: Abweichungen von unseren Erwartungen sind völlig normal. Damit sind auch Konflikte völlig normal.

Mit jeder Begegnung mit Anderen strömen ganz kurze Reize auf uns ein, die wir blitzschnell mit unseren Erwartungen abgleichen. Kennst du das auch: Du fährst mit dem Aufzug und in der 2. Etage steigt eine weitere gut gekleidete Person in den Aufzug. Aber das Parfum … (das hätte ich jetzt nicht erwartet).

Nicht nur Gerüche, sondern auch Blicke, Farben, Hüsteln. Angenehme und unangenehme Irritationen. Die meisten Eindrücke sind schnell vergessen, ohne dass wir uns daran erinnern.

Es gibt aber auch andere Dinge, die mich irritieren. Ich greife in mein Regal, in dem ich meinen Kaffeebecher erwarte. Der Becher ist weg. Nicht an seinem bestimmten Platz. Wieso irritiert mich das? Unser Gehirn speichert solche Vorgänge. Solche Irritationen – der Kaffeebecher ist nicht am erwarteten Platz – sind wenig rational steuerbar. Unsere Handlungen erfolgen dabei reflexartig und nicht (ich benutze jetzt mal das Fremdwort) kognitiv gesteuert.

Ärger über unerwartete Dinge bringt uns dazu, Konventionen im Zusammenleben mit anderen einzuhalten. Die Abweichung vom Erwarteten bietet uns die Möglichkeit zu handeln. Diese verspürte Unlust: „Mensch, mein Becher ist nicht dort, wo ich ihn erwartet habe, zwingt mich zum Handeln!“

Ein anderes Beispiel soll dies verdeutlichen. Ich hatte mir gerade ein Glas Wein einschenken wollen. Den Korkenzieher hatte ich schon in der Hand. Wenn die Flasche keinen Drehverschluss hat, kann es ja nur ein Korken sein … Nein, ich brauchte ein Messer, um die Kapsel abzuschneiden und den Glasstöpsel zu öffnen. Eine kurze Irritation, die mich zum Handeln gezwungen hat.

Es gibt mindestens 3 Wege, mit diesen Irritationen (Dissonanzen) umzugehen:

  1. Ich ändere mein Schema. Korkenzieher wird durch Messer ersetzt;
  2. Ich ändere mein Objekt: Weinflasche wird weggestellt und ich trinke Wasser oder;
  3. Ich ändere gar nichts und ärgere mich.

Der dritte Weg ist m. E. der ausweglose Weg. Wenn ich beim Weg 3 bleibe, dann bin ich in einem Dauerkonflikt. Willst du das wirklich? Es gibt sie, die Wege aus diesem Jammertal. Lass uns versuchen den ersten oder zweiten Weg zu nehmen. Auch, wenn Wasser kein Ersatz für Wein ist.

Bist du bereit? Dann melde dich und lass uns reden.

Dein Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Berater

 

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