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Die Stillen Aufträge Der Familien Teil II

Die stillen Aufträge der Familien Teil II

„Es ist leicht über ein Königreich zu herrschen, aber schwer, die eigene Familie zu regieren.“1

Diesmal will ich mich mit den Geschwisterrollen in der Familie beschäftigen.

Bereits vor der Geburt werden uns von unserer Familie bestimmte Rollen zugewiesen. Es gibt ungeschriebene Gesetze, wie sich Mädchen und wie sich Jungens in einer Familie zu verhalten haben.

Oliver soll das Familienunternehmen fortführen; Christel soll sich um die Eltern kümmern und ggf. die Pflege der Eltern übernehmen, während Markus den Clown spielen soll, um gute Laune in die Familie zu bringen.

Sind Oliver, Christel und Markus je gefragt worden, ob sie diesen Auftrag übernehmen wollen? Nein, im Gegenteil. Sie erhalten diese Aufträge, die sie widerspruchlos erfüllen sollen.

Diese Aufträge können so stark sein, dass sie das ganze Leben wirken. Christel pflegt die Mutter bis zur Selbstaufgabe und setzt ihre eigene Ehe aufs Spiel.
Befreien von diesen Aufträgen können wir uns erst, wenn wir verstehen, welche Aufträge uns denn eigentlich übergeben worden sind, Es muss eine bewusste Entscheidung gefällt werden: „Den Auftrag erfülle ich nicht mehr“.

Rollenzuschreibungen durch unsere Familie sind maßgebend für unser Verhalten und die eigene Entwicklung und das Verhalten. Die Folge der Geburtenfolge der Geschwister hat einen weiteren Einfluss.

Hier einige Beispiele der Erwartungen an die Kinder:

  • der Erstgeborene ist der Vernünftige, er wird den Geschwistern ein gutes Vorbild sein,
  • das Jüngste Kind ist das Nesthäkchen. Sind die anderen aus dem Haus, dann gibt es Kinderschokolade und Orangensaft. Es darf auf verspielter sein,
  • die mittlere Tochter bekommt den Auftrag zwischen den Geschwistern zu vermitteln. Sie ist prädestiniert für die Balance zu sorgen Mit Unter wird diese Rolle auch außerhalb der Familie z.B. im Beruf übernommen.

Sandra Konrad beschreibt das in ihrem Buch „Das bleibt in der Familie“ so:

Der Vater erzählt stolz über die Bilder seiner drei Kinder in seinem Büro: da oben ist die Älteste, meine Tochter Monika, ein richtiger Schatz. Sie kümmert sich um alle. Darüber ist sie auch noch häuslich und hilft ihrer Mutter wo sie nur kann. Mit Ihren Geschwistern geht sie ganz toll um. Sie wird bestimmt mal eine gute Mutter werden.
In der Mitte ist das Foto von Jonas. Jonas macht uns sehr große Sorgen. In der Schule kommt er nicht richtig klar. Was wird wohl aus ihm werden? Er ist nicht so leicht zu führen wie die Mädchen. Trotzdem ein toller Kerl. Wenn ich mit ihm zusammen Laufen gehe, bekomme ich keine Schnitte mehr.

Ganz unten ist das Bild meiner Jüngsten, die Hanna. Sie ist die Cleverste von den dreien. Sie ist mein Sonnenschein. Die wird ihren Weg machen.
Erkennst du dich irgendwo wieder? Gerade heute musste ich schmunzeln, dass mir ein Mandant von seinen drei Kindern erzählte. Der Mittlere ist nicht ganz einfach, aber sehr sportlich unterwegs.

Passt doch!

In diesem Sinne wirst du von mir in den nächsten Beiträgen mehr lesen

dein Egbert Schuwardt
Mediator und Berater

 

  1. Zitat aus China

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