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Einfühlsame Kommunikation

Einfühlsame Kommunikation

„Es gibt einen afrikanischen Stamm, wenn dort jemand etwas Verletzendes oder Flaches getan hat, nimmt ihn der ganze Stamm in die Mitte und erzählt ihm 2 Tage lang alles Gute, was er je getan hat. Der Stamm glaubt, dass jeder Mensch im Grunde gut ist und jeder von uns sich Sicherheit, Liebe, Frieden und Glück wünscht. Seine Missetat ist nur ein Hilferuf.

Auf diese Weise verbindet der Stamm ihn wieder mit seiner wahren Natur, so dass er sich erinnert, wer er wirklich ist; solange er die ganze Wahrheit merkt, von der er sich vorübergehend getrennt hatte.“

In einem Seminar im Januar dieses Jahres habe ich mich intensiv mit dem Thema der einfühlsamen Kommunikation auseinandergesetzt. Diese Art der Kommunikation geht auf Marshall B. Rosenberg zurück, der am 07.02.2015 verstorben ist.

Was ist das Ziel der von Marshall B. Rosenberg entwickelten Form der Kommunikation?

Entscheidend ist nicht nur was, sondern wie wir etwas sagen. Diese Erkenntnis geht darauf zurück, dass er als Jugendlicher wegen seines jüdischen Namens verprügelt wurde.

Grundlage der einfühlsamen Kommunikation – oder wie Rosenberg sie nennt die „Gewaltfreie Kommunikation (GFK)“- ist die Annahme, dass wir Menschen von Natur aus einfühlsam sind. Aber einige von uns im Laufe ihres Lebens den Kontakt zur eigenen Einfühlsamkeit verlieren. Die hierdurch entstehenden Konflikte können durch die einfühlsame Kommunikation wieder gelöst werden.

Diese Form der Kommunikation ist eine Möglichkeit, die Sprache so zu verwenden, dass sie uns verbindet, anstatt zu trennen. Das Prinzip basiert auf der Gewaltfreiheit, die Bereits Mahatma Gandhi lebte und geht davon aus, dass wir alle von Natur aus einfühlsam sind und die Gewalt scheuen.

Während unüberlegtes Sprechen oft dafür sorgt, dass Streit entsteht, hilft die einfühlsame Kommunikation dabei den Konflikt zu beenden und die Beziehung zu anderen Menschen zu vertiefen.

Diese Kommunikation besteht aus 4 Schritten:

1. Beobachtung,
2. Gefühl,
3. Bedürfnis und
4. Bitte

In einer kritischen Situation sollst du einfach BEOBACHTEN, ohne dass dein Gefühl die Wahrnehmung trübt. Was ist genau passiert?
Was löst diese Beobachtung für ein GEFÜHL bei dir aus? Macht die Situation bei mir aus? (zu den Gefühlen selbst komme ich in einem späteren Blog-Beitrag). Macht mich die Beobachtung der Situation glücklich, wütend oder sogar traurig?

Um wirklich zu verstehen, was in mir vorgeht, ist es wichtig, die BEOBACHTUNG vom GEFÜHL zu trennen, obwohl wir diese Schritte normalerweise automatisch gleichzeitig gehen.

Im dritten Schritt sollst du dir über die hinter den Gefühlen liegenden BEDÜRFNISSEN klar werden, bevor du im vierten Schritt eine BITTE formulierst.

Ein einfaches Beispiel – was wir alle kennen – macht das deutlich:

Wenn dein Mitbewohner ständig den Mülleimer nicht leert, kannst du einfach sagen: „Du bist einfach nur schlampig, dass nervt.“ Wir kennen das alle. Der Weg ist geebnet einen Streit vom Zaun zu brechen.

In der gewaltfreien Kommunikation gehst du wie folgt vor:

„Der Mülleimer ist seit zwei Tagen nicht geleert (BEOBACHTUNG) und deswegen bin ich sauer (GEFÜHL). Ich brauche Ordnung und Sauberkeit, damit ich mich zu Hause wohlfühle (BEDÜRFNISS). Bringst du bitte den Mülleimer nach unten. Okay?“ (BITTE)

Was meinst du? Kann die von Rosenberg auch als Giraffensprache bezeichnete Kommunikation Konflikte vermeiden oder beenden. Probiere es einfach aus …

Herzliche Grüße aus dem völlig verregneten Wuppertal,

dein Egbert Schuwardt

Mediator und Coach

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