Finde heraus, welche Bedürfnisse hinter deinen Gefühlen stehen

„Ausgeglichenheit ist, das Erkennen meiner Bedürfnisse und ihre Umsetzung“

Zitat: Unbekannt

Es ist wichtig, dass du dir über deine BEDÜRFNISSE bewusst bist. Worin besteht denn nun der Unterschied zwischen GEFÜHLEN und den BEDÜRFNISSEN?
Wenn ich im Kontext der Mediation oder des Coaching von BEDÜRFNISSEN spreche, sind es nicht die

  • körperlichen Grundbedürfnisse: wie Atmung (saubere Luft); Wärme (Kleidung); Trinken (sauberes Trinkwasser); Essen (gesunde Nahrung); Schlaf oder
  • Sicherheit: Unterkunft / Wohnung; Gesundheit, Schutz und Ordnung (Gesetze und Rituale).

Vielmehr geht es um die sozialen BEDÜRFNISSE oder immateriellen BEDÜRFNISSE.
Marshall Rosenberg nennt hier folgende BEDÜRNISSE:

  • Lebenserhaltung,
  • Sicherheit,
  • Liebe,
  • Wahrhaftigkeit,
  • Mitgefühl,
  • Feiern,
  • Gerechtigkeit,
  • Zugehörigkeit,
  • Autonomie und
  • Sinnhaftigkeit

Es gibt allerdings sehr umfangreiche Listen, die die BEDÜRFNISSE weiter beschreiben. Diese Auflistung ist häufig sinnvoll, weil man mit den abstrakten Begriffen häufig nicht sehr viel anfangen kann. Gerne sende ich dir diese Aufstellung.

Es gibt ganz abstrakt auch eine Reihenfolge zwischen GEFÜHLEN und BEDÜRFNISSEN. Die GEFÜHLE zeigen sich dann, wenn die BEDÜRFNISSE erfüllt sind.
Z.B. Ist das BEDÜRFNIS nach Zugehörigkeit erfüllt, so sind wir dankbar, glücklich und unter Umständen ergibt sich auch ein warmes Gefühl.

Erinnerst du dich an die Giraffensprache in einer der letzten Beiträge?

  • Beobachten,
  • dein GEFÜHL benennen und
  • erkenne dein BEDÜRFNIS, was u.U. nicht erfüllt ist,
  • erst dann nenne deine Bitte!

Rosenberg spricht deswegen im umgekehrten Fall davon, dass jede Form der Gewalt ein unerfülltes BEDÜRFNISS sind.

Der gewaltfreien Kommunikation liegt folgendes Menschenbild zu Grunde:

  1. Jedes menschliche Handeln, ist ein Versuch sich BEDÜRFNISSE zu erfüllen. Diese BEDÜRFNISSE dienen immer dem Leben. Somit ist die Grundmotivation hinter jeder Handlung, auch den gewaltvollen und destruktiven, positiv und konstruktiv.
  2. Menschen sind soziale Wesen. Sie sind somit an guten, sicheren, vertrauensvollen Verbindungen zu anderen Menschen interessiert. Sie haben ein Bedürfnis zum Leben anderer beizutragen.
  3. Hinter jedem gewaltvollen Handeln steckt ein BEDÜRFNIS. Gewaltvolles Handeln zeugt von einem Mangel an angemessenen Strategien und ist Ausdruck einer inneren Not sowie ein versteckter Hilfeschrei.
  4. Menschen handeln immer für sich. Sie versuchen ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie Handeln nicht gegen andere.
  5. Menschen lernen und entwickeln sich ihr Leben lang. Sie sind nicht auf Rollen, die sie einnehmen oder bestimmte Verhaltensweisen festgelegt. Gerade aus gelingenden Beziehungen mit anderen heraus, überwinden Menschen festgelegte Handlungsmuster und entwickeln neue Verhaltensweisen.
  6. Menschen geben immer ihr Bestes. Alles was sie tun, ist das Beste, was sie zu dem Zeitpunkt tun können.

In diesem Sinne,

diesmal Grüße aus Burhave an der Nordsee,

dein Egbert Schuwardt
Mediator und Coach

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Ein Kommentar

  1. Hallo,

    ich durchsuche gerade das Netz, wie ich erkennen kann welche Bedürfnisse hinter meinen oft diffusen, schwammigen Unwohlsein steckt ( PTBS)
    Sie schreiben in Ihrem Artikel etwas von einer detaillierten Bedürfnisliste …
    und gerne würde ich diese anfordern.
    herzlichen Dank im voraus.

    Ulla Miess

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