Ist eigentlich in einem Lebensplan schon alles für mich vorbestimmt?

Schuwardt, wir müssen reden……
Das ist mein neues Motto. Was hältst du davon?

Zu Beginn des letzten Jahres hatte ich mich mal mit dem Thema der stillen Aufträge der Familie auseinandergesetzt. Auch hierzu gehört das heutige Thema. Gibt es eigentlich einen Lebensplan? Kann ich mit einem Navi durch mein Leben den richtigen Weg finden?

Mir geht es zunächst nicht darum, was ich mit meinem Leben anfangen kann. Sondern es geht mir zunächst darum, ob mein Leben vorbestimmt ist. Man spricht dann von einem Lebensskript.

Der Ausdruck stammt aus der Transaktionsanalyse von Eric Berne, der diese Analyse ab den 50er Jahren entwickelt hat. Diese Analyse hat zum Ziel die Menschen zu unterstützen ein geglücktes, erfolgreiches und autonomes Leben zu führen. Dieser Lebensplan wurde bereits in der Kindheit erstellt und im späteren Leben weiter ausgeformt und verstärkt.

Machen wir uns die Zustände der Transaktionsanalyse (TA) an einem Beispiel deutlich. Es gibt drei ICH-Zustände.

Doch zunächst das Beispiel:

Du umarmst eine Freundin / Freund zur Begrüßung, weil sich beide freuen, (ER)
oder du lässt dich von deiner Freundin / Freund umarmen, weil dir heute nach Anlehnung zu Mute ist (K)
oder du nimmst deine Freundin / Freund in den Arm, weil es ihr nicht gut geht (EL).
Kannst du dich in diese Beispiele gut reinfühlen? Wenn ja, so erkennst du die ICH-Zustände sehr schnell.

  • EL) Eltern-Ich
  • ER) Erwachsenen-Ich
  • K) Kind Ich

Das Eltern-Ich, zeigt sich in der Kommunikation darin, dass wir unseren Gesprächspartner bevormunden.

Das Erwachsen-Ich zeigt sich in der Kommunikation darin, dass wir unseren Gesprächspartner als gleichwertig behandeln und ihm mit Respekt begegnen.

Das Kind-Ich kommuniziert verspielt, trotzig, angepasst, albern oder auch unsicher. Ein anderes Beispiel, was ich selbst vor einigen Tagen erlebt habe. Super Wetter, Sonne … Sollen wir den ersten Abschnitt vom Jakobsweg. Beyenburg bis Gevelsberg wandern? Aber ich MUSS doch noch ins Büro, der virtuelle Schreibtisch ist voll mit Arbeit. Nur die Sonne scheint das erste Mal seit Monaten so schön.

Wer gewinnt jetzt den inneren Wettbewerb? Setzt sich das Eltern-Ich durch: GEHE BITTE INS BÜRO oder gewinnt das rebellische Kind-Ich. BÜRO DU KANNST MICH MAL!
Letztendlich haben beide vernünftig mit mir gerungen. Das Eltern-Ich hat mir gesagt, dass die Auszeit wichtig ist, damit du in der kommenden Woche wieder Kraft getankt hast.

Also habe ich die Zeit genutzt, um die Sonne zu genießen und den Kopf frei zubekommen. An was habe ich eigentlich gedacht? An gar nichts!
Zurück zum Lebensskript.

Es gibt zusätzlich noch 3 Muster:

  • das Gewinnerskript,
  • das Nichtgewinnerskript und
  • das Verliererskript

Ein Gewinner-Skript besitzt jemand, der sein Ziel erreicht und sich dabei wohl fühlt zu gewinnen, bedeutet in der Transaktionsanalyse nicht, dass jemand anders verliert. Es handelt sich um persönlichen Erfolg. Ein Mensch mit einem Nichtgewinner-Skript macht keine großen Fortschritte, aber auch keine großen Verluste. Diese Menschen gehen keine Risiken ein.

Ein Verlierer-Skript besitzt jemand, der sein erklärtes Ziel nicht erreicht. Er wird z.B. reich und leidet unter dem Reichtum (z.B. Burnout).

Es werden zwei Dimensionen im Lebensskript unterschieden:

  • „Ich“ und „Du“
  • „In Ordnung“ (ok) und „Nicht in Ordnung“ (nicht ok)

Die unterschiedlichen Zustände will ich dir an einem eigenen Beispiel deutlich machen. Es geht mir bei Fortbildungen noch sehr häufig so.

„Ich bin mal gespannt, wie die Gruppe ist“
Ich bin OK und Du bist OK

„Oh, was sitzen denn hier für Vögel!“
Ich bin OK und Du bist NICHT OK

„Die haben aber schon viel mehr Fortbildungen in dem Bereich gemacht!“
Ich bin NICHT OK und Du bist OK

„Das wird mit der gesamten Gruppe nichts geben!“
Ich bin NICHT OK und Du bist NICHT OK

Ein gutes Buch zu diesem Thema ist „Der unbewusste Lebensplan“ von Almut Schmale-Riedel.

Unser Lebensskript wird durch Einschärfungen, Vorbildfunktionen, Zuschreibungen und Gegeneinschärfungen, wie z.B. Streng dich an beeinflusst.

Wenn wir jetzt ein Radiergummi hätten, so können wir unser Skript neu schreiben. Das gibt es leider nicht UND du musst dein Leben schon selbst in die Hand nehmen. Nimm dir einen Stift und ein Blatt Papier und mache dir mach dir eine Bucket-Liste für dein weiteres Leben.

Ich werde noch weiter auf das Thema Lebensplan eingehen, weil dieses Thema auch für die Mediation von großer Bedeutung sein kann.
Brauchst du Hilfe? Du kannst gerne mit mir telefonieren, um dich mit mir als Coach auszutauschen. Oder melde dich einfach per Mail bei deinem

Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Berater

Eine Antwort

  1. Danke, Egbert für den schönen Input! Kommt zu einem guten Zeitpunkt für mich.
    Ich glaube ganz fest daran, dass wir unser Lebensskript selbst schreiben können, nachdem wir unsere Muster verstanden und reflektiert haben…. dann hol ich mal ein Blatt Papier und einen Stift 🙂

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