„Friends are those rare People who ask how we are, and then wait to hear the answer“

„Friends are those rare People who ask how we are, and then wait to hear the answer“

Ed Cunningham ehemaliger American Football Spieler

 

„Schuwardt, wir müssen reden!“

Mir passiert das auch immer wieder: Ich werde gefragt, wie es mir geht und die fragende Person hat eigentlich nur eine Floskel zur Begrüßung verwendet. Ist mir an diesem Montag passiert. Ich wurde angerufen: „Und, wie gehts?“ Ich wollte gerade von einem sehr emotionalen Termin sprechen, den ich noch vor mir hatte. „Ok, ich wills schnell machen!“

Auf die eigentliche Frage konnte ich keine Antwort geben. Also ehrlich, ich hatte einen schwierigen Termin und ich wollte eigentlich sagen, dass ich sehr nachdenklich bin, weil ich für meine Tante ein paar wichtige Dinge erledigen wollte, wie Pflegedienst und Bestattungsvorsorge.

Auch wenn unsere Zeit immer schnelllebiger wird, so sollte doch die Frage: „Wie gehts dir?“, ernst gemeint sein. Als Fragender sollte ich mir bewusst sein, was ich frage und sollte auch die Zeit nehmen diese Frage ernsthaft zu beantworten. Auch als Fragender habe ich doch im Regelfall ein ernsthaftes Interesse an meinem Gegenüber. Ebenso bin ich irritiert, wenn mein Gegenüber wie aus der Pistole geschossen antwortet: „Prima!“ Mir kommen da häufig auch schon mal Zweifel, ob diese Antwort ehrlich ist.

Also frage ich nach: „Aha, dir gehts richtig gut, erzähl mal, was ist denn so prima? Du bist in den letzten Tagen eins der seltenen Exemplare, denen es gut geht!“

Kennst du das auch, die Antwort klingt so euphorisch, dass du es kaum glauben kannst. Ich habe die Frage gerade im Treppenhaus noch mal ausprobiert.

„Wie gehts euch?“, habe ich meine Nachbarn gefragt. Es entwickelte sich ein ehrliches, langes Gespräch. Mir ist es gelungen, die Frage so zu stellen, dass ich Bindung zu meinen Nachbarn aufbauen konnte. Ich habe ein Interesse nach einer ehrlichen Antwort gezeigt. Trotz Wäschekorb und Mülltüte in der Hand, war es ein offenes und ehrliches Gespräch. Unsere älteste Mitbewohnerin gesellte sich auch noch zu uns.

Ich glaube, es ist wichtig, die Frage mit einem ernsthaften Interesse zu stellen und die Antwort abzuwarten, die von Herzen kommt.

Stell dich auf die Frage „wie gehts dir?“ ein und zeige damit deinem Partner, dass du wirklich an einer ehrlichen Antwort interessiert bist.

Du wirst merken, dass sich dann wirklich etwas Großartiges entwickelt.

In diesem Sinne, Schuwardt, wir müssen reden. Und auch im Treppenhaus kann es sehr tiefgreifende Gespräche geben.

Herzliche Grüße

dein Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Berater

2 Antworten

  1. Das geht ins Herz!
    Richtig lebendig fühlen wir uns doch dann, wenn wir uns in echter Verbindung fühlen, den anderen wirklich wahrnehmen und uns auch gesehen fühlen. Mit Mut zur Selbstoffenbarung und liebevoller Ehrlichkeit entstehen Herzfäden und tiefe Freundschaften. Danke für den feinen Impuls!

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