Zwei Türen – oder gibt es noch eine dritte Türe?

Coaching oder Supervision? – Zwei Türen im Flur des beruflichen Lebens

Manchmal stehe ich vor Menschen, die mich fragen: „Egbert, brauche ich eigentlich Coaching oder Supervision?“

Und ich lächle, denn ich sehe vor meinem inneren Auge sofort diesen langen Flur mit zwei Türen. Auf der einen steht „Coaching“, auf der anderen „Supervision“. Und viele bleiben davor stehen, kratzen sich am Kopf und denken: „Wenn ich die falsche Tür nehme, lande ich am Ende auf der falschen Party.“


Die Coaching-Tür – Deine Zukunft wartet drinnen

Tritt man in den Coaching-Raum, steht dort ein großer Spiegel.

Und der zeigt mehr als nur dein Gesicht nach der Mittagspause. Er zeigt deine Haltung, deine Ziele, manchmal sogar deine Ausreden.

Coaching richtet sich an Menschen, die persönlich oder beruflich weiterkommen wollen:

  • Du willst Entscheidungen klarer treffen?
  • Deine Rolle als Führungskraft fühlt sich an wie ein neuer Anzug, in dem du noch nicht laufen kannst?
  • Du hast Ziele, aber der innere Schweinehund hat aktuell Hausrecht?

Hier geht es um deine individuelle Entwicklung. Ein Coach begleitet dich dabei,

  • eigene Ressourcen zu entdecken (ja, die sind irgendwo da!),
  • strategische Pläne zu entwickeln,
  • und Hindernisse zu erkennen, die oft mehr zwischen den Ohren sitzen als auf dem Flur des Unternehmens.

Coaching ist also zukunftsorientiert und zielgerichtet. Du gehst rein, kommst raus, und idealerweise steht dein innerer Kompass wieder gerade.


Die Supervisions-Tür – Wo das Team auf der Couch liegt

Supervision dagegen fühlt sich anders an.

Der Raum dahinter ist weniger Spiegelkabinett, mehr Teeküche für die Seele. Dort sitzen Menschen, manchmal ein ganzes Team, und plötzlich werden die unsichtbaren Fäden sichtbar, die das Miteinander knüpfen und verknoten.

Supervision ist für dich, wenn du denkst:

  • „Warum fühlt sich mein Job manchmal schwerer an, als er objektiv ist?“
  • „Wieso drehen wir uns im Team immer wieder im gleichen Karussell aus Missverständnissen?“
  • „Warum nehme ich die Arbeit abends mit ins Kopfkissen?“

Hier geht es um Reflexion der Zusammenarbeit, Konfliktmuster und emotionale Entlastung.
Eine Supervisorin oder ein Supervisor hilft,

  • Arbeitsbeziehungen zu verstehen und zu klären,
  • Belastungen abzugeben,
  • und wieder neue Energie für die eigentliche Arbeit zu gewinnen.

Während Coaching eher individuell und zielorientiert ist, ist Supervision beziehungsorientiert und entlastend.

Wenn Coaching dein persönliches Fitnessstudio ist, dann ist Supervision die gemeinsame Werkstatt, in der man Schrauben nachzieht, bevor der Team-Motor endgültig ruckelt.


Und die geheime dritte Tür?

Mit der Zeit merkt man, dass sich beide Räume verbinden können.
Wer sich selbst gut kennt, kann leichter mit anderen.
Und wer im Team Klarheit gewinnt, findet leichter seinen individuellen Weg.

Vielleicht gibt es also irgendwann diese dritte Tür ohne Schild, durch die man einfach hineingeht und versteht:
Am Ende geht es immer um Menschen.
Und manchmal, wenn man genau hinhört, pfeift der Hausmeister wieder – diesmal klingt es wie ein zustimmendes Nicken.



Ich hoffe, du findest deine richtige Türe,

dein Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Supervisor

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