Fairness – wenn Gleich nicht gerecht ist

Schuwardt, wir müssen reden!

Was ist eigentlich Fairness?

Fairness – ein Wort, bei dem sofort alle nicken. Natürlich willst Du fair sein. Natürlich willst Du fair behandelt werden. Doch je näher wir uns mit dem Thema beschäftigen, desto mehr spüren wir: So einfach ist das gar nicht.

In meiner Arbeit als Mediator, Coach und Steuerberater begegne ich dem Thema Fairness fast täglich – besonders in Familienunternehmen oder bei Nachfolgeregelungen. Und immer wieder zeigt sich: Was fair ist, empfindet jeder anders.

Was bedeutet Fairness für Dich?

Fairness wird oft mit Gerechtigkeit gleichgesetzt. Aber Gerechtigkeit ist selten schwarz-weiß. Manche verstehen darunter: Alle bekommen das Gleiche. Andere sagen: Jeder bekommt das, was er braucht oder geleistet hat.

Vielleicht hast Du das auch schon erlebt: Du gibst viel, engagierst Dich, verzichtest – und dann heißt es am Ende: „Wir teilen alles zu gleichen Teilen.“ Klingt gerecht, fühlt sich aber nicht fair an, oder?

Wenn das Lineal nicht weiterhilft

Besonders bei Erbschaften, in Familienunternehmen oder bei gemeinsamen Projekten prallen Vorstellungen aufeinander. Da heißt es schnell: „Du hast doch mehr bekommen!“ Oder: „Das ist ungerecht!“ Aber was oft dahintersteckt, ist ein ganz anderer Wunsch – gesehen zu werden.

Fairness heißt nicht: alles gleichmachen.
Sondern: Unterschiede verstehen und anerkennen.

Fairness entsteht im Gespräch

In der Mediation frage ich gerne:

„Was brauchst Du, um das als fair zu empfinden?“

Diese Frage öffnet. Sie bringt weg von Forderungen – hin zu Bedürfnissen. Oft geht es gar nicht um Zahlen, sondern um Respekt, Würdigung, Beteiligung.

Wenn alle Beteiligten das Gefühl haben, gehört zu werden, entsteht Vertrauen. Und aus Vertrauen kann echte Fairness wachsen.

Drei Impulse für Dich

  • Frag nach dem Wieso.
    Hinter jeder Position steckt ein Bedürfnis. Frag danach – statt gleich zu urteilen.
  • Würdige Unterschiede.
    Nicht alle haben den gleichen Weg – aber jede Geschichte verdient Respekt.
  • Sprich über Gefühle, nicht nur über Fakten.
    Fairness ist ein Gefühl. Es entsteht nicht am Reißbrett, sondern im Miteinander.

Mein Fazit für Dich

Fairness ist kein Zustand, sondern ein Weg. Und dieser Weg beginnt mit einem offenen Gespräch – vielleicht auch mit der Bereitschaft, eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Wenn Du willst, dass es fair zugeht, dann lade andere ein, mit Dir darüber zu sprechen.

Denn oft liegt der Schlüssel nicht im „richtigen Verteilen“, sondern im gemeinsamen Verstehen.

Wie erlebst Du Fairness in Deinem Umfeld? Ich freue mich, wenn Du Deine Gedanken mit mir teilst – per Mail, im Gespräch oder vielleicht bei einer Tasse Kaffee.

Dein Egbert Schuwardt
Mediator | Coach | Supervisor

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